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Silhouette der Kirchen in Langedreer

Beschlüsse der Gemeindeversammlung

Bei der Gemeindeversammlung im Februar informierte das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Langendreer die Gemeindeöffentlichkeit über Beschlüsse zur künftigen Gestalt der Kirchengemeinde.

Beschlussvorlage (Dezembersitzung 2014)

Schließung der Standorte Luther, Markus und Paulus in zwei aufeinander folgenden Phasen bis Sommer 2018.

Phase 1: Berufung eines „Gebäuderates“ durch den Geschäftsführenden Ausschuss (GA).
Erarbeitung konkreter Vermarktungsmöglichkeiten und Nutzungskonzepte der von der Schließung betroffenen Immobilien auch unter kostenneutraler oder erlösabhängiger Beteiligung externer Know-How-Träger.

Phase 2: Schließung der Standorte und Überführung der Immobilien in die Neunutzung nach Einzelzustimmung des Presbyteriums.

Sollte das verabschiedete 2-Phasenmodell bis Sommer 2018 keine vollständige Anwendung gefunden haben, werden die noch nicht überführten Standorte zum 31.12.2018 geschlossen.

Zustimmung 20, Enthaltungen 3, Gegenstimmen 1.

 

Gemeinde an zwei Standorten

Schon lange ist das Presbyterium, das Leitungsorgan der Kirchengemeinde, konfrontiert mit der Entwicklung, dass Kirche insgesamt und auch unsere Kirchengemeinde kleiner wird. Dies ist ein schmerzlicher Prozess, weil er „Rückbau“ und „Abbau“ bedeutet! Einen solchen Weg verantwortlich zu gestalten und notwendige Schritte zu beschließen, fällt schwer, weil man dafür keinen Jubel erwarten kann, sondern eher Zorn und Unverständnis erntet. Einen Ärger und eine Traurigkeit, die die Presbyterinnen und Presbyter in ihrem Inneren selbst fühlen. Das macht alle Entscheidungen, so notwendig sie sein mögen, belastend.


So wurden Fakten (Haushaltszahlen und Eckdaten der Gemeinde) gesammelt und zusammengestellt. Es wurden Modelle hin- und hergewendet: „Wie viele Kirchen und Gemeindehäuser braucht man für 9.000 Gemeindeglieder?“ Es wurde gründlich nachgedacht und ein Gutachten von Fachleuten in Auftrag gegeben. Es wurde kontrovers diskutiert und eine Entscheidung, so sehr sie auch drängte, vertagt und hinausgeschoben. Aber unsere Kirchengemeinde kommt in dieser Zeit an Einschnitten nicht vorbei. Und wo immer sie angesetzt werden, treffen sie hart und verletzen.

Angesichts des Rückgangs der Gemeindegliederzahl, der Tatsache, dass die
Kosten stetig die Einnahmen übersteigen und absehbar das Pfarrteam kleiner wird, hat das Presbyterium im Hinblick auf seine Verantwortung für die Kirchengemeinde nun einen Beschluss gefasst:
Die Gemeindearbeit wird künftig an zwei Zentren konzentriert! Die beiden Zentren werden zum einen die Christuskirche und das Gemeindehaus an der Alten Bahnhofstraße sein; zum anderen das Gemeindezentrum am Birkhuhnweg mit der Michaelkirche.

Mit der Christuskirche bleibt die historische Keimzelle der Gemeinde erhalten
mit dem dazugehörigen Gemeindehaus und dem Gemeindebüro.
Das Zentrum an der Michaelkirche hat ein gutes und funktionales  Gemeindehaus verbunden mit einer Kirche in einer Einheit. Zwei gute Orte für die künftige Gemeindearbeit!
Äußerst schmerzlich hingegen sind die Aufgabe der Pauluskirche, des  Gemeindehauses in der Wittenbergstraße und des Gemeindezentrums auf der Wilhelmshöhe. Hierzu hat das Presbyterium folgendes beschlossen:

Beschlussvorlage (Dezembersitzung 2014)
Schließung der Standorte Luther, Markus und Paulus in zwei aufeinander folgenden Phasen bis Sommer 2018.
Phase 1: Berufung eines „Gebäuderates“ durch den GA.
Erarbeitung konkreter Vermarktungsmöglichkeiten und Nutzungskonzepte der von der Schließung betroffenen Immobilien auch unter  kostenneutraler oder erlösabhängiger Beteiligung externer Know-How-Träger.
Phase 2: Schließung der Standorte und Überführung der Immobilien in die Neunutzung nach Einzelzustimmung des Presbyteriums.
Sollte das verabschiedete 2-Phasenmodell bis Sommer 2018 keine vollständige Anwendung gefunden haben, werden die noch nicht überführten Standorte zum 31.12.2018 geschlossen.
Zustimmung 20
Enthaltungen 3
Gegenstimmen 1

Dem Presbyterium ist sehr bewusst, dass es ein einschneidender Beschluss ist, die genannten Orte aufzugeben. Sie sind und waren vertraute Orte der
Kirchengemeinde. Viele Menschen haben sich hier engagiert, haben und hatten hier ihr „kirchliches Zuhause“. Es wird viele traurig und wütend machen, dass die Kirchengemeinde diesen Einschnitt im Blick auf die Zukunft der   Kirchengemeinde gehen muss.
Das Presbyterium kann nur hoffen, dass ihm bei aller Enttäuschung, die diese
Entscheidung mit sich bringt, doch angerechnet wird, dass es im bestem Wissen
und Gewissen gehandelt hat, um seiner Verantwortung gegenüber der Zukunft der Kirchengemeinde gerecht zu werden.


In einer Gemeindeversammlung am 25. Februar hat das Presbyterium eingehend und ausführlich die Beweggründe und die Notwendigkeit der Beschlüsse dargelegt.

1. Gemeindegliederentwicklung
Die Kirchengemeinde Langendreer wird kleiner. Diese Entwicklung hält schon
lange an und wird sich fortsetzen. Hauptgrund ist die demographische Entwicklung: Es sterben mehr als geboren werden. Hinzu kommen Austritte.

Ein Haushaltsjahr (2013)
Im Haushaltsplan der Gemeinde sind die Einnahmen und Ausgaben erfasst.
Die Einnahmen der Kirchengemeinde ergeben sich im wesentlichen aus der Kirchensteuerzuweisung – in Bochum verteilte der Kirchenkreis für das  Haushaltsjahr 2013 an alle Gemeinden 10 Mio. €. Das bedeutet für die Kirchengemeinde Langendreer eine Kirchensteuerzuweisung von 1.099.010 € gemäß der Anzahl der Gemeindeglieder von 11.077 (2012). Zu diesen Kirchensteuern kommen die Einnahmen aus Mieten, Pachten, Kollekten, Spenden sowie Zuweisungen der Stadt für die Offene Jugendarbeit im Birkhuhnweg in Höhe
von insgesamt 404.540 €.

Einnahmen (2013)
Kirchensteuer 1.099.010
Einnahmen aus Immobilien
und Zuweisungen 404.540
Einnahmen insgesamt 1.503.550

Den Einnahmen stehen Ausgaben gegenüber:
Die Ausgaben setzen sich zusammen aus Ausgaben der Kirchengemeinde und verschiedenen Umlagen. Die Umlagen sind in der Finanzsatzung des Kirchenkreises festgelegt und von der Kreissynode beschlossen. Mit ihnen werden gemeinsame Aufgaben im Kirchenkreis finanziert.
Zu den umlage-finanzierten Arbeitsfeldern gehören:
- der Kirchenkreis, bestehend aus der Verwaltung und den kreiskirchlichen
Diensten (wie Jugendpfarramt, Erwachsenbildung, Stadtakademie, Kulturarbeit…)
- die Innere Mission und diakonische Aufgaben in Bochum;
- der Schuldendienst, der Defizite aus früheren Jahren im Kirchenkreis Bochum
tilgt.
- die Umlage für die Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis (unter anderem
sechs Kindergärten in Langendreer).

Umlagen (2013)
Kirchenkreis 278.049
Innere Mission/
Diakonisches Werk 83.525
Schuldendienst 53.525
Kindertageseinrichtungen 109.901
Umlagen insgesamt 525.000

Die Ausgaben der Kirchengemeinde sind zum Hauptteil Personalkosten: Kosten für das Pfarrpersonal und Ausgaben für alle anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kirchengemeinde (Küsterdienst, Gemeindebüro, Kirchenmusik, Reinigung, Hausmeister).

Neben den Personalkosten kommen die Ausgaben für die Gebäude der Kirchengemeinde (Kirchen, Gemeindehäuser, Mietobjekte) sowie die Sachkosten hinzu. Den Einnahmen steht die Summe der Ausgaben gegenüber.

Ausgaben (2013)
Personal 258.760
Pfarrpersonal 414.000
Ausgaben für Gebäudeunterhaltung und Sachkosten 343.931
Umlagen an den Kirchenkreis 525.000
1.541.691

Im Haushaltsjahr 2013 überstiegen die Ausgaben die Einnahmen. Das Haushaltsjahr wurde mit einem Defizit abgeschlossen.

Haushaltsjahr 2013
Summe der Einnahmen 1.503.550
Summe der Ausgaben 1.541.691
Defizit 38.141

3. Entwicklung des Haushaltes und Rücklagenbildung
Das Defizit erscheint angesichts des Haushaltsvolumens sicherlich nicht sehr
bedrohlich. Dennoch war die Kirchengemeinde in den letzten Jahre immer wieder gezwungen, Defizite aus den Rücklagen auszugleichen und diese damit kontinuierlich abzuschmelzen.


Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass in den letzten Haushaltsjahren keine
Rücklagen für eine Bauunterhaltung gebildet werden konnten.

Für die künftige Haushaltsgestaltung sieht die Verwaltungsordnung der Landeskirche jedoch diese Rücklagen für alle Gebäude vor. Eine solche  Substanzerhaltungsrücklage entspricht einer verantwortlichen Gebäudebewirtschaftung.


Für unsere Gemeinde beträgt die Substanzerhaltungsrücklage 260.000 €
liegen. Teilweise ist diese Rücklage im Haushalt 2015 berücksichtigt. Sie ist notwendig, weil die Gebäude unserer Kirchengemeinde in einem Alter sind,
in dem Investitionen zwingend erforderlich werden, um damit die Gebäude nachhaltig energetisch zu modernisieren.

Die rote Line zeigt eine angenommene Entwicklung, in der die  Substanzherhaltungsrücklage eingeplant ist. Sie zeigt, dass der Haushalt im Jahr 2015 ein deutliches Defizit von über 150.000 Euro aufweisen würde.
Dieses Defizit vermindert sich im Jahr 2016, weil Ende des Jahres eine Pfarrstelle
entfällt und der Haushalt künftig um die Summe einer Pfarrstelle entlastet ist.
Der Haushalt bleibt allerdings deutlich im Minus. Das Pfarrteam wird dann 3,5
Stellen anstatt bisher 4,5 Stellen haben. Als Maßzahl gibt die Landeskirche an,
dass auf rund 3000 Gemeindeglieder eine Pfarrstelle zu rechnen ist. Das bedeutet, dass die Gemeinde im Jahr 2020 rechnerisch nur noch drei Pfarrstellen einplanen kann.


Die blaue Line zeigt die Haushaltsentwicklung mit der Konzentration auf zwei Standorte, so wie sie im Beschluss des Presbyteriums vorgesehen ist.
In der Entwicklung werden auch diese Haushaltsplanungen ein negatives Ergebnis aufweisen! Daher ist es notwendig mit der Vermarktung der aufgegebenen Standorte zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften, die den Haushalt deutlich positiver gestalten.

4. Ausblick
In der Tendenz wird die Kirchengemeinde, was ihre Mitglieder angeht, weiterhin
schrumpfen. Das Pfarrteam wird kleiner werden und absehbar drei oder weniger Pfarrstellen umfassen.


Die Kirchensteuereinnahmen sind aktuell durch die gute Konjunktur recht hoch.
Dies kann sich jedoch durch eine Konjunkturabschwächung schnell ändern und
die Kirchensteuern können in Zukunft deutlich geringer ausfallen. Eine Vorhersage der weiteren Entwicklung ist allerdings außerordentlich schwierig.


Langfristig werden die Kirchensteuereinnahmen aber auf jeden Fall sinken,
da sie an die Zahl der Gemeindeglieder gebunden sind. Als Faustregel gilt: Der
Mitgliederschwund um ein Drittel reduziert die Kirchensteuer auf die Hälfte!


Ein verantwortliches Planen muss berücksichtigen, dass sinkende  Mitgliederzahlen sowie konjunkturbedingte Kirchensteuerabschwächungen
den Effekt eines sprunghaften und gefährlichen Absinkens der Kirchensteuereinnahmen zur Folge haben.


Angesichts dieser Rahmenbedingungen bleibt die Haushaltsgestaltung jederzeit
eine herausfordernde Aufgabe. Die Kirchengemeinde muss mit weniger Mitteln auskommen. Das bedeutet unter anderem, dass sie sich deutlich kleiner setzen
muss. Die Konzentration auf zwei Standorte löst zwar noch nicht alle Probleme, ist aber ein planvoller und wegweisender Schritt.

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Dienstag, 26. September 2017:
Losungstext:
Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat.
Nehemia 9,32
Lehrtext:
Bartimäus schrie: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
Markus 10,48-49